[FFS] Wlan tut aua! Angstmache oder fundierte Studien?

Bernhard Hoell pearn at web.de
Do Mär 1 07:22:56 CET 2018


Hallo,

ich hatte zu diesem Thema ja schon auf einem der letzten Treffen
angefragt, da ich (wie sich dann auch bestätigt hat) bei unserem
Wohnprojekt wenige Bedenkenträger quer gestellt haben und dadurch
erst mal die Anbindung der nahe gelegenen Flüchtlingsunterkunft ausfällt,
sofern nicht vor Ort ein Internetzugang aufgetan werden kann.
In der Präsentation Freifunk-Bern+Stein.pdf (https://baugemeinschaftbernstein.de/owncloud/index.php/s/D79D6Op4V15KmOZ ) die ich hier gehalten habe sowie den dort noch gelisteten Quellen habe ich (ab Seite 7) Punkte zum Thema
Gesundheitsgefahren (bzw. der Unbedenklichkeit) zusammengetragen (leider nicht alle mit vollständigen Quellenangaben), die aber letztlich die Leute nicht restlos überzeugt haben. Wenn Leute damit
argumentieren dass man Accesspoints abschalten können muss um die
Strahlenbelastung zu reduzieren dann ist diesen keine WLAN Infrastruktur
schmackhaft zu machen...

Die in diesem Leserbrief genannte Studie geht auf einen  Dr. Igor
Yakymenko zurück, dessen Metastudie angeblich Gefahren beweist. Was mich
bei diesem Mann aber seeehr Misstrauisch macht ist dass er für eine
Firma die "strahlungsreduzierende Aufkleber" vertreibt wirbt, bzw. auf
deren Symposium auftritt.
(siehe https://www.waveex.at/de/dr-igor-yakymenko/).
Das riecht stark nach Scharlatarnerie - ob die Studien von anderen
Wissenschaftlern überprüft und bestätigt wurden (Stichwort: Peer Review)
und somit ernst zu nehmen sind wage ich sehr zu bezweifeln.
Zudem hat ihm das die Nominierung für das "Goldene Brett vorm Kopf" -
einem Negativpreis für pseudowissenschaftlichen Blödsinn eingebracht.

Die "Skeptiker" (https://www.gwup.org/) haben in der Vergangenheit
pseudowissenschaftliche Dinge wie Elektrosensibilität sinnvoll
aufgeklärt, ich konnte aber trotz mehrstündiger Recherche keine aktuelle
Übersicht finden die mit den Studien die u.A. auf den Diagnose-Funk
Seiten für bare Münze präsentiert werden kritisch unter die Lupe nimmt.

Hier ein Vorschlag:

Wäre es eine Möglichkeit im Freifunk Wiki einen Bereich einzurichten in
dem Leute die sich für den Themenkomplex interessieren und idealerweise
durch Studium oder Beruf Zugriff auf wissenschaftliche Papers haben zu
prüfen ob diese Studien systematisch daraufhin abklopfen ob diese den
für ernsthafte wissenschaftliche Studien üblichen Prozess (Publikation
in Fachmedium, Peer Review etc.) durchlaufen haben? Eine Bundesweite
Arbeitsgruppe aus dem Freifunk-Umfeld dazu wäre großartig.

Ich fände es wichtig diesen (aus meiner Sicht) zunehmenden
pseudowissenschaftlichen Narrativ etwas entgegenzusetzen. Vielleicht
könnte eine Faktensammlung mit kritischerer Würdigung der
"Gesundheitsgefahr-Studien" dem ja etwas entgegensetzen. Dieses Thema
totzuschweigen und darauf zu vertrauen dass die Leute sich umfassend von
allen Seiten informieren ist, wie ich selbst feststellen musste mitunter
problematisch.

Viele Grüße,

Bernhard


Am 28.02.2018 um 18:49 schrieb Adrian Reyer:

> On Wed, Feb 28, 2018 at 05:36:13PM +0100, Benny wrote:
>> es häufen sich zur Zeit Leserbriefe welche gegen Wlan und vorallem gegen Freifunk gerichtet sind.
>> Allein in der Nürtinger Zeitung waren es in den letzten Wochen schon 5 Leserbriefe, wie auch gestern dieser: http://www.ntz.de/nachrichten/leserbriefe/artikel/gute-entscheidung-gegen-wlan/
>> Zugegeben, wir haben durch unsere Öffentlichkeitsarbeit auch sicher den ein oder anderen schlafenden Hund geweckt, dennoch sollten wir Freifunker uns überlegen wie wir mit diesen Kritikern umgehen. 
>> Entweder man schweigt und geht auf dieses Thema nicht näher drauf ein (aktueller Ansatz der Gemeinde Beuren), oder man sollte fundiert Stellung beziehen. 
>> Die Frage ist ob es seitens FFS oder Budesweit hier eine klare Stellung bezogen werden sollte, auf die man verweisen könnte und isealerweise der Angstmache die Energie entziehen könnte?
>> Argumente von wegen „ wlan ist doch nur ein Bruchteil von Dect oder LTE“ reichen wohl nicht aus!
>> Was meint Ihr?
> Meine Argumentation in dieser Beziehung ist diese:
> Smartphones sind allgegenwärtig heute. Diese wollen ständig irgend etwas
> im Netz machen. Zukünftig wird das eher noch mehr mit dem Internet der
> Dinge, vernetzten Autos und was noch alles kommen mag.
> Verhindern läßt sich das nicht mehr.
> Was sich aber machen läßt, ist die Belastung durch die Geräte
> vermindern. Und das geht recht gut durch die Verfügbarkeit von freiem,
> offenem WLAN mit einheitlicher SSID. Dies führt dazu, dass die Geräte
> nicht den Energieintensiveren Mobilfunk nutzen, sondern mit relativ
> geringen Leistungen WLAN stattdessen.
> Der Effekt läßt sich sehr einfach mit einem Smartphone testen. Einfach
> mal zwei Tage an eine Stelle legen die WLAN hat, 1 Tag davon mit
> abgeschaltetem WLAN, einen mit angeschaltetem und Akkulaufzeiten
> vergleichen.
> Wir hatten hier neulich bei der Linux User Group Besuch von einer Person
> die strahlunsgsensibel ist. Die LUGS ist ganz gut mit Smartphones und
> WLAN-Equipment ausgestattet. Im Raum direkt sind 2 APs, im Raum daneben
> nochmal 2. Nach eigenen Angaben hat sie sich, im Gegensatz zur eigenen
> Wohnung wohl gefühlt. Ich war da etwas überrascht, sie hat aber ein
> Messgerät dabei gehabt, das wohl Feldstärken auf verschiedenen Frequenzen
> mißt. Das zeigt in der eigenen Wohnung wohl rot an (Skala ist mal egal),
> bei mir im Raum grün, erst 10cm vom AP entfernt wird es dann orange und
> schließlich rot.
> Das bestärkt meine Ansicht weiter:
> Freifunk, SSID Freifunk, so breit wie möglich ausrollen. Auf geschlossene
> WLANs so möglich verzichten oder zumindest auch 'Freifunk' ausstrahlen.
> Das schont den Smartphoneakku und reduziert die Strahlung. Und ausser in
> irgend eine Art Strahlung kann der Energieinhalt des Akkus nicht verwandelt
> werden. Ob das nun eher Wärme-, Licht- oder Funkwellen sind hängt vom
> Anwendungsfall ab, aber Strahlung ist es.
> Und ich wünsche wirklich niemandem Strahlungssensitiv zu sein, die
> Berichte der Person klangen gar nicht erstrebenswert.
>
>> Evtl. ein Thema für das kommende Treffen?
> Da bin ich terminlich bedingt leider fast nie.
>
> Tschoe,
> 	Adrian






Am 28.02.2018 um 18:49 schrieb Adrian Reyer:
> On Wed, Feb 28, 2018 at 05:36:13PM +0100, Benny wrote:
>> es häufen sich zur Zeit Leserbriefe welche gegen Wlan und vorallem gegen Freifunk gerichtet sind.
>> Allein in der Nürtinger Zeitung waren es in den letzten Wochen schon 5 Leserbriefe, wie auch gestern dieser: http://www.ntz.de/nachrichten/leserbriefe/artikel/gute-entscheidung-gegen-wlan/
>> Zugegeben, wir haben durch unsere Öffentlichkeitsarbeit auch sicher den ein oder anderen schlafenden Hund geweckt, dennoch sollten wir Freifunker uns überlegen wie wir mit diesen Kritikern umgehen. 
>> Entweder man schweigt und geht auf dieses Thema nicht näher drauf ein (aktueller Ansatz der Gemeinde Beuren), oder man sollte fundiert Stellung beziehen. 
>> Die Frage ist ob es seitens FFS oder Budesweit hier eine klare Stellung bezogen werden sollte, auf die man verweisen könnte und isealerweise der Angstmache die Energie entziehen könnte?
>> Argumente von wegen „ wlan ist doch nur ein Bruchteil von Dect oder LTE“ reichen wohl nicht aus!
>> Was meint Ihr?
> Meine Argumentation in dieser Beziehung ist diese:
> Smartphones sind allgegenwärtig heute. Diese wollen ständig irgend etwas
> im Netz machen. Zukünftig wird das eher noch mehr mit dem Internet der
> Dinge, vernetzten Autos und was noch alles kommen mag.
> Verhindern läßt sich das nicht mehr.
> Was sich aber machen läßt, ist die Belastung durch die Geräte
> vermindern. Und das geht recht gut durch die Verfügbarkeit von freiem,
> offenem WLAN mit einheitlicher SSID. Dies führt dazu, dass die Geräte
> nicht den Energieintensiveren Mobilfunk nutzen, sondern mit relativ
> geringen Leistungen WLAN stattdessen.
> Der Effekt läßt sich sehr einfach mit einem Smartphone testen. Einfach
> mal zwei Tage an eine Stelle legen die WLAN hat, 1 Tag davon mit
> abgeschaltetem WLAN, einen mit angeschaltetem und Akkulaufzeiten
> vergleichen.
> Wir hatten hier neulich bei der Linux User Group Besuch von einer Person
> die strahlunsgsensibel ist. Die LUGS ist ganz gut mit Smartphones und
> WLAN-Equipment ausgestattet. Im Raum direkt sind 2 APs, im Raum daneben
> nochmal 2. Nach eigenen Angaben hat sie sich, im Gegensatz zur eigenen
> Wohnung wohl gefühlt. Ich war da etwas überrascht, sie hat aber ein
> Messgerät dabei gehabt, das wohl Feldstärken auf verschiedenen Frequenzen
> mißt. Das zeigt in der eigenen Wohnung wohl rot an (Skala ist mal egal),
> bei mir im Raum grün, erst 10cm vom AP entfernt wird es dann orange und
> schließlich rot.
> Das bestärkt meine Ansicht weiter:
> Freifunk, SSID Freifunk, so breit wie möglich ausrollen. Auf geschlossene
> WLANs so möglich verzichten oder zumindest auch 'Freifunk' ausstrahlen.
> Das schont den Smartphoneakku und reduziert die Strahlung. Und ausser in
> irgend eine Art Strahlung kann der Energieinhalt des Akkus nicht verwandelt
> werden. Ob das nun eher Wärme-, Licht- oder Funkwellen sind hängt vom
> Anwendungsfall ab, aber Strahlung ist es.
> Und ich wünsche wirklich niemandem Strahlungssensitiv zu sein, die
> Berichte der Person klangen gar nicht erstrebenswert.
>
>> Evtl. ein Thema für das kommende Treffen?
> Da bin ich terminlich bedingt leider fast nie.
>
> Tschoe,
> 	Adrian





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